Von wegen Gold . . .
Seit den olympischen Spielen von St. Louis im Jahr 1904 ist es Tradition, dem Top-Athleten eine Gold-Medaille zu verleihen. So ist das auch heute noch, auch wenn sich seit St. Louis ansonsten vieles verändert hat.
Eigentlich hatte ich gar nicht vorgehabt viel über die Spiele von St. Louis zu schreiben. Bei meiner Recherche bin ich allerdings auf so kuriose Dinge gestoßen, dass ich Ihnen das nicht vorenthalten möchte. So sollten die Spiele ursprünglich gar nicht in St. Louis, sondern in Chicago stattfinden. Als St. Louis daraufhin aber drohte, zeitgleich ein eigenes und viel spektakuläreres Sport-Event auf die Beine zu stellen, bekamen sie schlussendlich doch den Zuschlag.
Mit dem Auto zur Ziellinie
Während des Marathons, gab der Läufer Frederick Lorz beispielsweise bereits nach 9 Meilen auf und fuhr mit dem Auto zurück an die Start/Ziellinie, um seine Kleidung einzusammeln. Doch das Auto hatte eine Panne und er musste das letzte Teil der Strecke wieder laufen. Als er durch die Ziellinie lief, ließ er die Veranstalter im Glauben, das Rennen auf ehrliche Weise gewonnen zu haben. Natürlich kam am Ende die Wahrheit ans Licht und er wurde für ein Jahr von den Olympischen Spielen gesperrt. Dafür gewann er im Folgejahr den „Boston Marathon“.
Mit Rattengift gedopt
Der eigentliche Gewinner des Marathons von 1904, war Thomas Hicks. Um zur Höchstleistung aufzulaufen, gaben ihm seine Trainer eine Mischung aus Kognak und Strychnin-Sulfat – ein damals gebräuchliches Rattengift. Niedrig dosiert würde es das zentrale Nervensystem „stimulieren“, so deren Meinung. Ein anderer Läufer – der kubanische Briefträger Felix Carbajal – bereitete sich in einem Obstgarten vor, wo er sich mit verfaulten Äpfeln „dopte“. Er kam als Vierter ins Ziel.
Die St. Louis Olympiade war auch die erste an der zwei schwarze Afrikaner teilnehmen durften. Obwohl sie ursprünglich für die Boer Kriegsausstellung angereist waren, liefen sie auch beim Marathonlauf mit und kamen als 9. Und 12. ins Ziel. Viele waren enttäuscht über den 9. Platz von Len Tau und meinten, er wäre bestimmt schneller gelaufen, wenn ihn Hunde nicht von der Strecke gejagt hätten.
Die schlechte Organisition hätte beinahe das Aus der Spiele bedeutet
Damals erstreckten sich die Spiele noch über vier Monate, wobei sich die meisten Wettbewerbe auf sechs Tage konzentrierten. Da sich die Weltausstellung zur selben Zeit in der Stadt befand, wurde die Olympiade fast zur Nebensache. Dies, kombiniert mit der Tatsache, dass die Spiele sehr schlecht organisiert waren, bedeutete fast das endgültige Aus der Olympischen Spiele. 108 Jahre später hat sich das Blatt gewendet. Nicht mehr viele reden über die Weltausstellung auch wenn Sie heute noch existiert: Die Expo 2012 endet am 12. August in Yeosu, Südkorea.
Auch die Olympischen Spiele fanden 1988 in Südkorea statt. Und da die südkoreanischen Sportler 13 Goldmedaillen aus Beijing mit nach Hause brachten und jetzt noch weitere aus London, wollte ich herausfinden, was es mit diesen Medaillen auf sich hat.
Goldmedaille besteht nur zu 1,34% aus Gold
Jede Medaille, die in London verliehen wird, wiegt etwa 400 Gramm. Und während es nach massivem Gold aussieht, macht das chemische Element mit der Ordnungszahl 79 nur 1,34% der Medaille aus. Der Rest der Medaille besteht zu 92.5% aus Silber und zu 6.16% aus Kupfer. Das ist typisch.
Das Internationale Olympische Komitee verlangt, dass Goldmedaillen aus mindestens 6 Gramm Gold und mindestens 92.5% Silber bestehen. Auch die Silbermedaille muss zu mindestens 92.5% aus Silber sein.
Die Medaillen von 2012 sind die teuersten der Geschichte
In Vancouver, vor zwei Jahren, wog das Olympische Gold noch 575 Gramm. Doch auch wenn Sie damals noch ein ganzes Stück schwerer waren, sind die diesjährigen Medaillen aufgrund des hohen Goldpreises die teuersten der Geschichte.
Die Goldpreise haben auch den Wert älterer Medaillen in die Höhe getrieben. 2004 lagen die Materialkosten für eine Goldmedaille in Athen bei rund $ 155. Die Medaillen von Beijing im Jahr 2008 enthielten Gold im Wert von etwa $ 393. Die Medaillen von Vancouver lagen bereits bei stattlichen $ 508 und die Goldmedaillen von London bringen es auf $ 728 Dollar – davon $ 334 für Gold und $ 394 für Silber!
Aber erwarten Sie deshalb nicht, eine in Ihrem örtlichen Pfandhaus zu finden. Aufgrund ihrer Seltenheit und enormen symbolischen Bedeutung sind sie weit mehr wert als ihr Gewicht in Gold (und Silber). Olympia-Medaillen werden so gut wie nie verkauft. Im Jahr 2004 versteigerte eine polnische Sportlerin allerdings ihre Goldmedaille für einen guten Zweck und erzielte $ 82.599 für Kinder mit Leukämie.
Chad Upton
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Chad Upton ist Chefredakteur von Broken Secrets und offizieller Blogger auf Yahoo! Answers.
Übersetzung aus dem amerikanischen Answers-Blog. Die Original-Version finden Sie >hier<


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